BLOG / KOMMENTARE

Bild - Kultur - Philosophie

von Martina Sauer 16. Dezember 2025
Mit Begeisterung begann ich ab 2014 meine Fachbeiträge auf der zum wissenschaftlichen Austausch gegründeten Plattform academia.edu hochzuladen. Forschende aus dem eigenen Foschungsfeld und solche anderer Disziplinien sowie Studierende aus aller Welt konnten derart an der aktuellen Forschung aller teilhaben. Und nun die Ernüchterung: Seit kurzem, wie Kolleg*innen bereits publik machten, kommerzialisiert academia.edu alles, was dort veröffentlicht wird. Hmm, doch vielleicht hat die Plattform das schon immer getan und erst jetzt mit dem neuen EU-weiten Copyright-Rechten inklusive der EU-KI-Verordnung ( KI-VO ) (seit 21. Mai 2025, siehe hierzu den Blog des Rechtsanwalts Tobias Beltle v. 15.10.2025), verlangt sie die Zustimmung der Autor*innen zur Nutzung der eingestellten Daten. Wir Forschenden sollen nun „offiziell“ auf Academia.edu dieser Verwertung zustimmen. Das habe ich sogar getan. Denn immerhin habe ich - seit meinen ersten Einträgen mit über 100 Publikationen - über 19.000 Public Views (akutell ansteigend, Top 3%). Verweigert habe ich die Nutzung insofern, dass ich nun alle Texte gelöscht und mit einer Klausel zum Copyright ersetzt habe und dem Hinweis, dass die Texte für Interessierte nach wie vor, jetzt, über meine Homepage heruntergeladen und für nicht-kommerzielle Zwecke CC BY NC A 4.0 genutzt werden können. Vgl. hierzu: Academia.edu´s Terms of Use Von Mitgliedern gewährte Lizenz "Wir können nach eigenem Ermessen Mitgliedern gestatten, Mitgliederinhalte zu posten, hochzuladen, zu veröffentlichen, einzureichen oder zu übertragen. Indem Sie Mitgliederinhalte über die Website oder die Dienste zur Verfügung stellen, gewähren Sie Academia.edu hiermit eine weltweite, unwiderrufliche, lizenzgebührenfreie, nicht exklusive, übertragbare Lizenz zur Ausübung aller Urheberrechte in allen Medien und zur Ermächtigung anderer, dasselbe zu tun, im Zusammenhang mit dem Betrieb und der Bereitstellung der Dienste und Inhalte für Sie und andere Mitglieder, einschließlich der Erstellung und des Hostings von Outputs und der Verwendung von KI zur Erstellung von Adaptionen und anderen abgeleiteten Werken von Mitgliederinhalten, vorausgesetzt, dass die Mitgliederinhalte nicht gewinnbringend an Dritte verkauft werden. Academia.edu beansprucht keine Eigentumsrechte an Mitgliederinhalten, und nichts in diesen Bedingungen schränkt Ihre Rechte zur Nutzung und Verwertung von Mitgliederinhalten ein. Sie erklären sich damit einverstanden, dass Academia.edu Mitgliederinhalte im Zusammenhang mit der Bereitstellung und Verbesserung seiner Dienste analysieren, umwandeln und abgeleitete Werke davon erstellen darf." (Zitat aus den Terms of Use, dt. Martina Sauer) Is the scientific platform Academia.edu reputable? Absolutely not. In 2014, I enthusiastically began uploading my academic articles to academia.edu , a platform founded for scientific exchange. Researchers from my own field and other disciplines, as well as students from all over the world, were able to participate in everyone's current research. And now the disillusionment, academia.edu has recently started commercializing everything that is published there. Hmm, maybe the platform has always done this and only now, with the new EU-wide copyright laws , including the EU AI Regulation ( AI-VO ) (since May 21, 2025, see the blog of lawyer Tobias Beltle dated October 15, 2025), which now requires the authors´ consent to use their data. We researchers are now supposed to “officially” agree to this use on Academia.edu. I actually did so. After all, since my first entries, I have had over 100 publications and more than 19,000 public views (currently rising, top 3%) However, I have refused to allow their use insofar as I have now deleted all texts and replaced them with a copyright clause and a note that the texts can still be downloaded from my homepage and used for non-commercial purposes under CC BY NC A 4.0 . Cf.: Academia.edu´s Terms of Use : “ License granted by Member We may, in our sole discretion, permit Members to post, upload, publish, submit or transmit Member Content. By making any Member Content available through the Site or Services, you hereby grant to Academia.edu a worldwide, irrevocable, royalty-free, non-exclusive, transferable license to exercise any and all rights under copyright, in any medium, and to authorize others to do the same, in connection with operating and providing the Services and Content to you and to other Members, including the generation and hosting of Output and the use of AI to generate adaptations and other derivative works of Member Content, provided that the Member Content is not sold to a third party for a profit. Academia.edu does not claim any ownership rights in any Member Content and nothing in these Terms will be deemed to restrict any rights that you may have to use and exploit any Member Content. You agree that Academia.edu may analyze, transform, and create derivative works from Member Content in connection with providing and improving its Services.“
von Martina Sauer 9. Dezember 2025
Erinnerung an eine herausragende - zu jung verstorbene - Forscherin im Feld der Semiotik über die Bedeutung von Gesten: Irene Mittelberg. Mahnung an verpasste Chancen!
von Martina Sauer 2. Dezember 2025
Zum Selbstverständnis von Frauen (und Männern) gestern und heute
von Martina Sauer 19. November 2025
Ein für uns alle - alltägliches - Dilemma soll im Sommersemester 2026 im DebattierClub: Philosophie+ an der Volkshochschule Baden-Baden diskutiert werden: Ethik und Moral - ein folgenreicher Unterschied. Höhere Ideen bzw. allgemeine Sittengesetze einerseits und das eigene Verständnis von dem richtigen Tun andererseits können in einen heftigen Konflikt kommen. In der Philosophie wurde darüber schon immer nachgedacht. Anregungen für die Diskussion über dieses Dilemma sollen uns Textpassagen aus der Antike von Platon, im Mittelalter von Augustinus und seit der Moderne und der Postmoderne von Kant, Arendt und Habermas (u.a.) geben. DebattierClub: Philosophie + Dr. phil. Martina Sauer Volkshochschule Baden-Baden 4 x dienstags im März 2026, 3., 10., 17., 24., jeweils 10:00 bis 11:30 Anmeldung: vhs Baden-Baden Jägerweg 12 | 76532 Baden-Baden Tel.: 07221 99 65-360 Fax: 07221 99 65-369 info@vhs-baden-baden.de
von Martina Sauer 31. Oktober 2025
Was unterscheidet den deutschen vom französischen Impressionismus? Mit der wundervollen, eindrücklichen Ausstellung im Museum Frieder Burda in Baden-Baden mit dem Untertitel Max Liebermann und seine Zeit stellt sich diese Frage unmittelbar. Die Antwort darauf ist vielfältig. Die bemerkenswerteste ist für mich diejenige, dass diese Phase als eine Epoche des Innehaltens und der Hoffnung in Deutschland vor dem Umbruch mit dem II. Weltkrieg zu verstehen ist. Nichts ist danach wie zuvor.
von Martina Sauer 15. Juli 2025
Eindrückliches Foto in Überblendtechnik von Richard Pousette-Dart , 1948, von der berühmten und einflussreichen Galeristin, der "Mutter des Abstrakten Expressionismus" Betty Parsons mit präkolumbianischer Maske. Das Foto verdeutlicht den Einfluss des europäischen Surrealismus auf diese erste eigene Kunstbewegung in den USA. Die Kunstszene bewegte sich in jenen Jahren von Paris weg nach New York. Der rege Austausch fand wie zuvor auch in Paris nun in den Cafés Manhattans statt. In der Betty Parsons Gallery fand deren neuer Ausdruckswillen eine Plattform, die den Künstlern Anerkennung und Ruhm einbrachten © Martina Sauer aus der Ausstellung im Museum Frieder Burda bis 14. September 2025, über einen ihrer Pioniere: Richard Pousette-Dart. Vgl. ergänzend unter Angebote Möglichkeiten zu Führungen durch die Ausstellung im Museum Frieder Burda.
von Martina Sauer 18. Juni 2025
Beitrag zur Eröffnung des Anselm Kiefer Museums HAUS KIEFER in Ottersdorf/Rastatt am 27.04.2025 von Martina Sauer
von Martina Sauer 6. Juni 2025
Ausgangspunkt: In Großbritannien wurde die Tage, am 18.3.2025, von der Regierung eine Programm herausgebracht, um jungen Menschen in der Ausbildung einen Schub durch kreative Angebote zu geben ( https://www.gov.uk/government/news/young-people-to-benefit-from-creative-education-boost , 8.6.2025 Aufruf). Dabei vertritt sie hintergründig die Meinung, dass die Unterhaltung durch die Künste, Menschen miteinander verbinde, und darin will sie investieren. Kommentar: Diese Annahme löste bei mir einige Fragen aus bzw. das Bedürfnis hier ein Missverständnis, mit Blick auf die Funktion der Künste zu klären. Wobei die Aussage stimmt, doch sie greift viel zu kurz: Wie wichtig die Künste sind, zeigt sich uns aus kunstphilosophischer Sicht bereits bei Platon und Kant. Sie lehnten beide die Künste ab, weil sie mit Platon - ohne das wir es merken - den " musischen enthousiamós " auch für das Falsche wecken bzw. mit Kant " als Maschinen der Überredung " missbraucht werden können. Im Kern hatten jedoch sowohl Platon als auch Kant die falschen Schlussfolgerungen gezogen: Sie zu "verbieten" bringt nichts, wie es neurowissenschaftliche und entwicklungspsychologische Erkenntnisse im Rahmen meiner bild- und kulturphilosophischen Forschungen zu Vitality Semiotics (VS) heute zeigen. Vgl. Sauer 2023: https://doi.org/ 10.11588/artdok.00009303 . Denn jedes Tun von uns - das schon immer ein Gestalten ist - ist insofern schon immer mit den Künsten verwurzelt. Die Vernachlässung der Künste und damit deren Fähigkeiten, Ordnungen bzw. Regelsysteme über ein Gefühl für Takt bzw. Rhythmus zu fördern; sie zu verinnerlichen und zu bewerten und darüber für zukünftige Aspekte zu öffnen, gehen damit unter. Die Unkenntnis darüber führt zu einem Wildwuchs, sodass die Impulskräfte der Künste im politischen Umfeld nicht bemerkt werden. Daher warnte Sokrates bzw. sein Sprecher Platon vor der Rhetorik (die Kunst der politischen Rede zur Überzeugung). Um ihr angemessen zu begegnen, sollen wir uns auf eine Wiese legen und beim Lauschen der Zikaden (den Künsten) auf das Richtige besinnen. Kant mahnte in diesem Zusammenhang an, dass wir uns um ein "ästhetisch reflektierendes Urteil" bemühen sollten, statt nur dem ästhetischen, rein körperlich geprägten Urteil blind zu folgen. Vgl. hierzu Sauer [2012] 2018, S. 202-211 (Platon), S. 226-233 (Kant): ): https://doi.org/10.11588/arthistoricum.344.471 . Die Künste unterzubewerten (= nur gemeinschaftsstiftend) und ihr Potential zu unterschätzen ( = Enthusiasmus für etwas zu wecken) ist bemerkenswert, zumal es unseren wachen Geist braucht, um sie nicht nur zu genießen, sondern uns darüber klar zu werden, zu was sie uns aufrufen. Unser Urteil über die Künste, das sich in der Tendenz zur Streichung der Fächer in den Schulen (dieser "nutzlosen" oder "nur" für eine Bildungsschicht bedeutsamen Unterrichtseinheiten) gerade heute - in unserer vernetzten, sozial-politisch brisanten Zeit - zeigt, ist ein Spiegel davon, wie wenig bewusst wir uns ihres Wirkens sind und wie sehr wir sie unterschätzen: Im Guten wie im Schlechten.
von Martina Sauer 23. Mai 2025
Was bedeutet es, in die Welt „geworfen“ zu sein und seinen Weg selbst zu finden? Was macht die Begegnung mit der Welt und den anderen aus? Woran kann ich mich orientieren? Überdeutlich wurde denjenigen, die sich mit diesen Fragen vor dem II. Weltkrieg beschäftigt haben, dass das Gefühlsleben dabei eine herausragende Rolle spielt. Es ist Martin Heidegger, der diesen Zusammenhang in seinem philosophischen Werk „Sein und Zeit“ 1927 zum Thema gemacht hat. Simone de Beauvoir hat ihn in ihrem Roman „Sie kam und blieb“ 1943 auf den Punkt gebracht. Zu einer gemeinsamen, entspannten Debatte zu diesen Fragen, die die Strömung des Existenzialismus (wie passend !) umtrieb, lädt der Debattier-Club ein. Bezüge zu heute wollen wir dabei bewusst mit einzubeziehen. Debattier-Club: Philosophie + Dr. phil. Martina Sauer Volkshochschule Baden-Baden Di. 7.102025, 10:00 – 11:30 , 5 x Anmeldung und Termine: https://www.vhs-baden-baden.de/programm/politik-gesellschaft-umwelt/kurs/Debattierclub-Philosophie/252A297?knradd=252A297&Contrast=928 
von Martina Sauer 13. März 2025
Is there a difference in the understanding of illustrations and design objects between naive and skilled people? They are the neuroscientist Giuseppe Di Cesare from the research group form Parma in Italy on mirror neurons and vitality forms and philosopher and image scientist Martina Sauer form the Institute for Image and Cultural Philosophy from Germany and her research on vitality semiotics (VS) and her former student, the B.A. candidate in design, Charlotte Engelke, form the Fresenius University of Applied Sciences, AMD, Hamburg, who in their joint research project in Parma (and Hamburg) are specifically investigating on a neuroscientific basis how laypeople - in contrast to design students - are stimulated through design. Is there any difference? For previous joint research activities, see: Giada Lombardi, Martina Sauer, and Giuseppe Di Cesare. How "Vitality Forms" Influence Our Mood . In: Martina Sauer and Zhuofei Wang (eds.). Atmosphere and Mood. Two Sides of the Same Phenomenon , special issue Art Style 11, 3, 2023: 127-139, and see also for the first research project in June 2022 at Fresenius University of Applied Sciences, AMD Hamburg with design students and the vice research dean Petra Leutner. The research results were most recently presented in a keynote speech by Giuseppe and Martina at the international conference of the German Society for Semiotics at the TU Landau in September 2024.
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